Geschichte

Die Geschichte der Villa Rosenau

Baujahr: 1887, An-/Umbauten: Risalit 1897, Stall 1895, Einfriedung 1897, Küchenanbau und Veranda 1901. Das 1887 erbaute Wohnhaus stand als Drempelgeschosswohnhaus bautypologisch zunächst bescheidenen Wohnhäusern nahe, verfügte jedoch schon damals über einen Salon, Empfangsraum, Speisezimmer und ein weiteres Zimmer im Erdgeschoss sowie Schlafräume im Kniestock.

Als der Bürgermeister von Königstein im Taunus, Philipp Reinhardt, das Wohnhaus 1897 übernahm, wurde dem Speiseraum eine Veranda vorgelegt, die erdgeschossige Drillingsstaffel sowie stichbogige Kellerfenster eingebracht. Angesichts des gesteigerten Repräsentationsbedürfnisses entstanden kurz nacheinander das eingeschossige Stallgebäude (1895), die Vergrößerung des nunmehr stuckierten Speisezimmers (1897) und der Bau der teilweise erhaltenen, voll massiven Einfriedung aus gelben Klinkern (1897).

Nach dem Verkauf an H. Christner wurde ein Küchenanbau mit Treppenhaus und eine Veranda in modernem Eisen angefügt, deren Dach der Drempelwohnung als Freisitz diente. Bei allen Umbauten wurde die Gestaltung und Stilistik des Ursprungsgebäudes gewahrt, und das Baumaterial des Kerngebäudes übernommen (Ziegel, Verblendsteine, Sandstein für Fenster, Zierdetails, Schiefer).

So entstand eine vornehmlich bau- und hausgeschichtlich aussagekräftige Quelle, die die gezielte Umgestaltung eines einfachen Wohnhauses zur Villa dokumentiert, die fortan zugereisten Offizieren als Mietwohnung zur Verfügung gestanden hat. Standesgemäß wurden daher auch die Decken stuckiert und beim Außenumbau nobilitierende Zitate (Veranden, Freitreppen etc.) von dem damals modernen Landhausstil rezipiert.

Seinerzeit war die Villa das erste Haus am Platz, stand umgeben von Feldern und Wiesen und war die äußerste Bebauung Kesselstadts. Seit 2006 ist das Haus in Besitz von Werner Liebchen.